Ester und Estergehalt
Kurz erklärt: Ester sind Aromastoffe, deren Gehalt im Rum gemessen wird. Je höher er ist, desto fruchtiger und kräftiger wird ein Rum meist, besonders bei jamaikanischen Pot-Still-Rums.

Wie man Ester misst: Der Estergehalt wird in „g/hl AA“ angegeben, also Gramm pro Hektoliter absoluten Alkohols. Das Wasser im Rum wird dabei ignoriert. So kannst du Rums mit unterschiedlichem Alkoholgehalt vergleichen.
Jamaika und die Marks: Jamaikanische Brennereien ordnen jede Charge einer Marke (Mark) zu und registrieren sie beim Jamaica Spirits Pool. Jede Mark hat einen eigenen Estergehalt-Bereich. Bei Hampden Estate sind zum Beispiel OWH mit 40 bis 80 g/hl AA die ester-ärmste Mark, HLCF mit 500 bis 600 oder 450 bis 550 (die Quelle nennt zwei Bereiche) die mittlere und DOK mit 1.500 bis 1.600 g/hl AA die extremste. Alle Marks im Überblick findest du bei Marks und Hogo.
Wie Ester entstehen: Hampden setzt dem Wash „Muck“ zu, eine bakterielle Masse, die Carbonsäuren bildet. Diese Säuren fördern die Esterbildung und damit fruchtige Aromen. Andere Brennereien erreichen hohe Estergehalte laut Autor durch sehr lange Fermentationen.
Das probierst du bei mir: Der Hampden 8 y.o. ist eine OWH-Abfüllung, also die Mark mit dem niedrigsten Estergehalt. Auch Bananen- und Tropenfrucht-Noten im Hampden zeigen, wie Ester schmecken können.
Mein Tipp: Wenn du wissen willst, was „Funk“ bedeutet, probier einen Jamaika-Rum nach einem ester-armen Rum. Bei den Tastings machen wir das gern.
Weiterlesen: Marks und Hogo, Dunder und Wildfermentation, Pot Still, Rum aus Jamaika, Tropisch & funky.