Pot Still
Kurz erklärt: Ein Pot Still ist eine Brennblase, in der Rum chargenweise gebrannt wird. Meist ist sie aus Kupfer und wird nach jedem Durchgang neu befüllt. Pot-Still-Rums schmecken oft tiefer und komplexer als Rums aus der Kolonne.

So funktioniert das: In einen Pot Still füllst du die vergorene Maische (oder bei der zweiten Destillation den ersten Brand), erhitzt sie und fängst den Dampf auf. Viele Brennereien destillieren zweimal, erst auf rund 30 bis 35 % vol und dann auf etwa 75 bis 90 % vol. Der Brenner trennt dabei Vor- und Nachlauf ab und sammelt nur das Herz. Wie die Blase gebaut ist, verändert das Ergebnis: Ein kurzer, gedrungener Hals gibt einen schwereren Brand, ein hoher Hals einen leichteren.
Warum ich das mag: Der Pot Still lässt mehr Aromastoffe im Destillat, vor allem Ester. Deshalb riechen viele Pot-Still-Rums nach reifen Bananen, tropischen Früchten oder Gewürzen. Die Kolonne (Column Still) arbeitet dagegen mit mehreren Böden, trennt feiner und liefert meist einen leichteren, saubereren Rum.
Das probierst du bei mir: Der Hampden 8 y.o. und der Hampden 1753 kommen aus kupfernen Pot Stills. Der Bellamy's Jamaica Pot Still trägt es im Namen. Im Shop findest du es bei jedem Rum im Feld "Destillationsstil".
Mein Tipp: Probier einen Pot-Still-Rum und einen Rum aus der Kolonne direkt hintereinander. Der Unterschied wird dir schnell klar. Genau das machen wir bei den Tastings.
Quelle: Everglow Spirits: The spirit of the tropics – an introduction to the art of rum distillation