Overproof und Navy Strength
Kurz erklärt: Overproof und Navy Strength sind keine geschützten Kategorien, sondern Bezeichnungen für Rum mit besonders hohem Alkoholgehalt. Meist liegt er deutlich über den üblichen 40 %.
Was „Proof“ heißt: Das Wort stammt aus Großbritannien, wo der Alkoholgehalt früher in „Proof“ gemessen wurde. 100 britische Proof entsprechen knapp 57,14 % vol. In den USA gilt eine andere Rechnung: Dort ist Proof doppelt so hoch wie der Alkoholgehalt in Volumenprozent, 50 % vol sind also 100 US-Proof.
| Alkoholgehalt | Britische Proof | US-Proof |
|---|---|---|
| 40 % vol | 70 | 80 |
| 50 % vol | 87,5 | 100 |
| 57,14 % vol | 100 | 114,3 |
| 60 % vol | 105 | 120 |
Overproof: Eine feste Grenze gibt es nicht. Nahezu jede Spirituose über etwa 50 % vol kann als Overproof gelten.
Navy Strength: Auch hier gibt es keine gesetzliche Definition. Häufig ist ein Wert um 57 % vol gemeint, also 100 britische Proof. Oft heißt es, die „echte“ Navy Strength liege bei 54,5 % vol. Die Geschichte dahinter, die Navy habe Rum an Bord mit Schießpulver getestet, ist eine Legende und nicht belegt.
Das probierst du bei mir: Der Compagnie des Indes Jamaica Navy Strength, der Compass Overproof White und der Worthy Park White Overproof gehören zu den kräftigen Flaschen im Shop. Auch Don Q 151 und Honey Batcher 152 haben Zahlen im Namen, die auf einen hohen Alkoholgehalt hindeuten. Den genauen Gehalt findest du immer im Produkt.
Mein Tipp: Trink Overproof nie so wie einen normalen Rum. Ein paar Tropfen Wasser öffnen die Aromen, oder du mischst ihn in Cocktails, wo er sich gegen Eis und Zutaten behauptet.
Weiterlesen: Fassstärke / Cask Strength, Nosing, Rum aus Jamaika, Don Q Rum aus Puerto Rico.
