Melasse und Zuckerrohrsaft
Kurz erklärt: Rum entsteht aus Zuckerrohr, aber nicht immer aus demselben Rohstoff. Die meisten Rums werden aus Melasse gemacht, einem Nebenprodukt der Zuckerherstellung. Rhum Agricole und Cachaça entstehen aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft.

Melasse: Bei der Zuckerherstellung wird der Saft gekocht, und eine Zentrifuge trennt die Zuckerkristalle von einem dicken, klebrigen, schwarzen Rückstand. Das ist die Melasse. Der Vorgang wird oft mehrfach wiederholt, deshalb gibt es verschiedene Qualitätsstufen. Aus Melasse wird laut Master of Malt der größte Teil des Rums hergestellt.
Zuckerrohrsaft: Hier wird das Zuckerrohr zerkleinert und ausgepresst. Der Saft wird direkt vergoren. So entstehen zum Beispiel Rhum Agricole auf Martinique und Guadeloupe und Cachaça in Brasilien (bei Cachaça ist die Rede vom Zuckerrohrmost).
Zuckerrohrsirup: Manche Brennereien verwenden Sirup (auch Zuckerrohrhonig genannt). Dafür wird der Saft gefiltert und eingedickt.
Was das für den Geschmack heißt: Ein Rhum Agricole schmeckt oft grasig und pflanzlich-frisch. Rums aus Melasse decken eine große Bandbreite ab, von mild und süß bis kräftig und funky. Entscheidend sind außerdem Gärung, Brennverfahren und Reifung, nicht allein der Rohstoff.
Das probierst du bei mir: Der Rubo Pedro Ximénez Cask Finish ist ein Melasse-Rum aus der Column Still, der Hampden 1753 hat Melasse als Basis. Habitation Saint-Étienne steht für Rhum Agricole aus Zuckerrohrsaft, die Magnífica Tradicional ist eine Cachaça. Ein Beispiel für beides in einer Flasche ist der Planteray Sealander: Die Rums aus Barbados, Mauritius und Fidschi stammen aus Melasse und Zuckerrohrsaft.
Mein Tipp: Probier einen Rhum Agricole Blanc neben einem weißen Rum aus Melasse. Du merkst den Unterschied schon in der Nase.
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